Alles ist gut

Alles ist gut

Installation in der Krypta der Ursulinenkirche in Linz
2017

Unter dem Leitthema „Memento Mori – Gedenke des Todes” werden seit rund drei Jahrzehnten KünstlerInnen mit bereits bestehenden Werken oder ortsspezifischen Interventionen für den Zeitraum von Aschermittwoch bis Karfreitag in die Ursulinenkirche in Linz eingeladen.
Die eigens für die Reihe Memento Mori entstandenen Installation „Alles ist gut“ nimmt Bedeutung und Geschichte der beiden unterirdischen Räume, des ehemaligen Aufbahrungsraumes und der Begräbnisstätte, der hier seit der Mitte des 18. Jahrhunderts in Nischengräbern bestatteten Ursulinen, als Ausgangspunkt für die Auseinandersetzung mit der Frage nach Sinn und Unsinn der menschlichen Existenz und präsentiert sich als absurde Vanitasinszenierung.

Ausgehend von der bereits 2014 entstandenen skulpturalen Arbeit „Sandy“, der hyperrealistischen Figur eines am Boden liegenden Mädchens in rosa Schlafanzug, dessen Kopf unter einem Sandhaufen verborgen ist, aus dem ein Strohhalm ragt, verbinden sich Fragen nach dem Umgang mit dem Tod. Die Figur liegt im Begräbnisraum, von dessen Decke ein leuchtendes rotes Herz hängt, seitlich auf einem Beistelltisch eine Klammermaschiene in Form eines bunten Totenkopfes.
Der Lufthauch eines am Boden stehenden Ventilators bringt die am Schädel befestigten Federn in regelmäßigen Intervallen zum Zittern. Am Ende des Raumes steht ein Bügelbrett mit weißen gefalteten Tüchern und ausgestecktem Bügeleisen. Die Reihe der Nischengräber wird mit einem Regal fortgesetzt, in denen neben Putzmitteln und den Aufbauanleitungen für die verwendeten Möbel, auch in der Krypta vorgefundenen Skelette von Nagetieren und Vögeln in Gläsern aufbewahrt werden. Der ehemalige Aufbahrungsraum ist zu einem juvinalen Zimmer umgestaltet, der Fernseher zeigt das monotone Hin und Her eines Ping Pong Balles…

Die Verbindung von Elementen menschlichen Alltagslebens mit der Unwirtlichkeit einer Gruft schafft eine paradoxe Situation, in der sich Wohnungsgegenstände und trendige bis kitschige Accessoires mit Bedeutung aufladen und scheinbar Verweise bergen, die aber letztlich zu vage bleiben und sich einer eindeutigen Interpretation entziehen. Die menschlichen Strategien der Mustererkennung werden dabei in Frage gestellt.
Diese Alltagsgegenstände, die in Anlehnung an die Pop Art teils wie Ready Mades fungieren, sind im Gesamtkontext vor dem Hintergrund des in Alltagssprache und Philosphie auf unterschiedliche Weise mit Bedeutung versehenen Begriffes der „Absurdität“ inszeniert.


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